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ab 9. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017
Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum

Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker

Paris, um 1900: Die junge, noch unverheiratete Künstlerin Paula Becker und der Maler Emil Hansen, später Nolde, begegnen sich. Eine erste und einzige Begegnung, die eine Randnotiz in der Kunstgeschichte wäre, gäbe es nicht weitere interessante Parallelen und Entwicklungen, die nun zum ersten Mal in einer Ausstellung aufgezeigt werden. Ab dem 9. Oktober 2016 treffen Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde in den Museen Böttcherstraße in Bremen erneut aufeinander. Im Fokus aller 70 ausgestellten Kunstwerke steht der Mensch: Ein Motiv, das beide über ihr gesamtes Schaffen hinweg faszinierte.

Insbesondere bei Emil Nolde überrascht die Tatsache, dass figürliche Darstellungen zu den quantitativ häufigsten Sujets seines Werkes zählen. »Einige Male bin ich gefragt worden, ob ich denn gar kein Interesse an Menschen nehme, weil anscheinend ich so wenig hinschaue. ‚Doch sehr’, sagte ich, […]. Vielleicht nur anders als üblich. In einer zwölftel Sekunde soll das Auge den Eindruck aufnehmen können […]. Aber auch, wenn man Menschen nur halb ansieht, dann werden sie einfacher und größer«, berichtet der Künstler in seinen Aufzeichnungen. Diese Einfachheit und Größe ist es, die ihn mit Paula Modersohn-Becker verbindet. Sie schreibt in einem ihrer Tagebücher, dass »die Einfachheit der Form ?...? etwas Wunderbares« sei und sie »überhaupt bei intimster Beobachtung die größte Einfachheit« anstrebe.

Ausgangspunkt der Ausstellung sind die Aktstudien von Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde, die während ihres Aufenthaltes in Paris um 1900 entstanden sind. In der Gegenüberstellung lassen sich die charakteristischen Merkmale ihrer späteren Kunst erahnen: Während sich die Bilder von Emil Nolde durch das Malerische und die Farben abheben, scheint Modersohn-Becker bereits einen besonderen Blick für Formen und Flächen entwickelt zu haben. Bei aller Gegensätzlichkeit eint sie auch in diesen frühen Arbeiten die Suche nach dem Wesentlichen, die den Verlauf ihres künstlerischen Schaffens prägte. Beiden ging es in der Malerei nicht darum, etwas abzubilden, sondern vielmehr um Stimmungen und Empfindungen. In der Ausstellung wird dies in der direkten Gegenüberstellung thematisch ähnlicher Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Drucke deutlich. Auf unterschiedlichen Wegen reduzieren Nolde und Modersohn-Becker das Naturvorbild, wenden sich jedoch nie in Gänze davon ab; mit der Konzentration auf Farben oder Form gelingt es ihnen, das Charakteristische ihres Gegenübers zu erfassen und den Bildern dadurch einen besonderen, nahezu intimen Ausdruck zu verleihen.

Die erste direkte Gegenüberstellung ausgewählter Werke von Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde ermöglicht überraschende Vergleiche zwischen zwei Pionieren der Moderne, die sich bei aller Verschiedenheit vor allem als eines präsentieren: als Menschenmaler.

Die Museen Böttcherstraße leiten mit ihrer Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum von einem Nolde-Jubiläum zum nächsten über: 2016 jährt sich Emil Noldes 60. Todestag, 2017 wäre er 150 Jahre alt geworden.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll statt.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung.
Es erscheint ein 144-seitiger Katalog mit Aufsätzen und Illustrationen zur Ausstellung (24 €).

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12.2.-21.5.2017
Paula Modersohn-Becker Museum

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Annelise Kretschmer: Ellice Illiard
1930, Vintage Silbergelatineabzug
© Christiane von Königslöw

Annelise Kretschmer. Fotografien 1922-1975

Annelise Kretschmer beginnt ihre Laufbahn als Fotografin in den 1920er Jahren, während der Zeit der Neuen Sachlichkeit. Auch wenn ihre Arbeiten deutliche Parallelen zu dieser Strömung aufweisen, haben sie doch eine eigenständige und eigenwillige Ästhetik. Bis in die 1970er Jahre erschafft die gebürtige Dortmunderin Fotografien, die vor allem durch ihre Unmittelbarkeit beeindrucken. Die Museen Böttcherstraße präsentieren vom 12. Februar bis 21. Mai 2017 rund 80 größtenteils nie ausgestellte Vintage Prints (Originalabzüge) aus allen Schaffensphasen der Künstlerin.

Bereits in ihrem Elternhaus macht Annelise Kretschmer Bekanntschaft mit Künstlern der Neuen Sachlichkeit. Doch dass sie den Weg als Fotografin einschlägt, ist nur dem Hinweis einer Freundin auf diesen Beruf zu verdanken. Kretschmer volontiert erst in Essen und geht danach zu Ernst Fiedler nach Dresden. Schon früh offenbart sich ihre Fähigkeit, den Menschen im Bilde zu erfassen, unabhängig von allen Klischees. Dabei versucht Kretschmer stets ihr Gegenüber in einem Moment zu erfassen, der die Persönlichkeit des Individuums offenlegt. Vor allem ihre zahlreichen Kinderporträts sprechen eine neue Bildsprache, indem sie die gleiche Ernsthaftigkeit und Ausdruckstärke vermitteln, wie die von Erwachsenen.

Eine Reise nach Paris im Jahr 1928 stellt eine entscheidende Zäsur im künstlerischen Werk von Annelise Kretschmer dar. Hier schärft sie ihren besonderen Blick als Fotografin, den sie über ihr gesamtes Schaffen hinweg beibehält. Statt das mondäne Leben und die bekannten Sehenswürdigkeiten abzubilden, konzentriert sich ihr Blick auf nebensächliche Dinge, Strukturen und Lichtspiele. Sie belebt mit ihren Motiven die starre Optik des Apparats. Zurück in Dortmund eröffnet Kretschmer 1929 als eine der ersten Frauen in Deutschland ein Fotoatelier. Vor allem wegen ihrer eindringlichen Porträtaufnahmen wird sie zu einer etablierten Künstlerin in der damaligen Kunstszene. Ihre Arbeiten werden in allen wichtigen Fotografie-Ausstellungen in Berlin, Wien und auch Paris präsentiert, sie war außerdem Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL) – bis sie als Tochter eines jüdischen Vaters in den 1930er Jahren ausgeschlossen wird. Eine schwere Zeit bricht für sie und ihre mittlerweile vierköpfige Familie an, in der Kretschmer zwischen 1937 und 1939 unter anderem in Worpswede lebt – der Ort, an dem Paula Modersohn-Becker 30 Jahre zuvor gearbeitet hat. Modersohn-Beckers Kunst ist Kretschmer sehr gut bekannt, da die Familie ein Kunstwerk der Malerin besitzt, das sie stets beeindruckte. In Worpswede erstellt Annelise Kretschmer eine Serie authentischer Aufnahmen von Torfbauern, Kindern und der Umgebung, in der sich nicht nur thematische Parallelen zu Modersohn-Becker offenbaren. Als überzeugte Anthroposophin versuchte Anneliese Kretschmer stets die Aura einer Person festzuhalten.

Nach dem Krieg arbeitet Annelise Kretschmer mit ihrer Tochter Christiane erneut in ihrem Fotoatelier in Dortmund. In dieser Zeit entstehen weitere wichtige Aufnahmen, auch von Persönlichkeiten der damaligen Kunstszene wie Ewald Mataré, Albert Renger-Patzsch oder Daniel-Henry Kahnweiler. Diese bisher eher unbekannten Motive sind Entdeckungen in einem 60 Schaffensjahre umfassenden Gesamtwerk, das nicht nur für sich allein überzeugt, sondern exemplarisch auch die Entwicklung der Fotografie zu einer eigenständigen Kunstform erzählt.

Die erste Station der Ausstellung ist vom 16. September 2016 bis 8. Januar 2017 im Käthe Kollwitz Museum, Köln. Zur Ausstellung ist der Katalog Annelise Kretschmer - Photographien im Emons Verlag, Köln, 120 S., 80 Abb. 19,95 € erschienen.





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Museen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum & Ludwig Roselius Museum

Die Museen Böttcherstraße bilden den architektonischen wie kulturellen Höhepunkt der berühmten Böttcherstraße im historischen Zentrum Bremens. Sie umfassen das Ludwig Roselius Museum und das Paula Modersohn-Becker Museum.

 

Das Paula Modersohn-Becker Museum ist ein Bauwerk des Bildhauers, Kunsthandwerkers und Architekten Bernhard Hoetger. Es ist das weltweit erste Museum, das einer Malerin gewidmet wurde. Hier werden dauerhaft Meisterwerke der Namensgeberin präsentiert. Überdies beherbergt das Museum die umfangreichste Sammlung von Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen Bernhard Hoetgers. Regelmäßig finden darüber hinaus Sonderausstellungen statt.

 

Das Ludwig Roselius Museum wurde 1928 von Ludwig Roselius, Erfinder des entkoffeinierten Kaffees und Gründer der Kaffee HAG eröffnet. Hier machte er seine Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk zugänglich. Hochrangige Kunstwerke fügen sich in ein Ensemble von kostbaren Möbeln, Teppichen, Wandbekleidungen und Kunstgewerbe. Unter den ausgestellten Kunstschätzen befinden sich Werke von Lucas Cranach d. Ä. wie auch der bekannte Silberschatz der Compagnie der Schwarzen Häupter aus Riga.


Öffnungszeiten: Di bis So 11-18 Uhr
Führungen: So 11.30 Uhr

So finden Sie uns

Zur Website der Museen Böttcherstraße

 

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