
Ein Angebot des Schulmuseums Bremen zu einem erfahrungsorientierten Umgang mit dem Thema „Schule im Nationalsozialismus“.
Kern dieses Angebots sind zwei Theaterszenen, die vom Schulmuseum in einem einjährigen Arbeitsprozess mit einer Schultheatergruppe des 8. Jahrganges, ihrer Lehrerin, Zeitzeuginnen und einer Historikerin erarbeitet wurden.
Die erste Szene, eine Deutschstunde, spielt im Herbst 1934. Die Schülerinnen und Schüler lernen Gedichte von Erich Kästner, Baldur von Schirach und Egon Brausach kennen. Sie erleben die Einführung des Hitlergrußes sowie einen Lehrerinnenwechsel aus politischen Gründen. Die Mitschülerin Esther wird diskriminiert, weil sie Jüdin ist.
Die zweite Szene spielt zwei Jahre später, 1936. Sie handelt von einer Rechenstunde in derselben Schulklasse. Inzwischen sind drei Mitschülerinnen „Jungmädel“ geworden. Sie spielen mit dem Gedanken, ihre Mathematiklehrerin zu denunzieren, da diese es offensichtlich vermeidet, den Hitlergruß auszuführen. Gerechnet werden Textaufgaben aus dem Bremer Rechenbuch von 1935. Die jüdische Mitschülerin Esther ist nicht mehr da, ihr Verbleib ungewiss.
Zum Ablauf:
■ Einführung in das Thema anhand von Objekten, Bildern und Dokumenten aus Schule und Alltag der NS-Zeit
■ Begegnung mit dem Gestus der NS-Zeit mittels Übungen aus der Theaterpädagogik
■ Lesen und Besprechen der beiden Szenen in Halbgruppen
■ Szenische Lesung, d.h. gegenseitiges Vorlesen/Vorspielen der beiden Szenen
■ Gemeinsame Abschlussrunde
Zur Vorbereitung:
Der Museumsbesuch sollte möglichst in eine thematisch verwandte Unterrichtseinheit oder ein Projekt eingebunden sein. Es ist sinnvoll, Zeit zur Nachbesprechung in der Schule einzuplanen. Material zur Vorbereitung kann nach Absprache zugeschickt werden.
Altersgruppe: Sek1 und Sek2
Dauer: ca. 3 Stunden
Kosten: 6 € pro Person, zwei Begleitpersonen frei, mindestens 60 €