
Seit den 1960er Jahren setzen sich Künstler*innen verstärkt mit weichen Materialien in Skulptur und Plastik auseinander. Dabei wird das Textile zu einer Art Leitmedium durch die besondere Nähe zum Körperlichen. Nach dem Vorbild von Clémence van Lunens Arbeiten, die eine „kribbelige Unruhe“ beim Betrachten auslösen, tauchen wir in diesem Workshop in die Welt der Soft-Sculpture ein. Van Lunen beschäftigt sich in ihren Motiven mit dem Alltäglichen. Auch Textilien umhüllen und umgeben uns mit einer tagtäglichen Selbstverständlichkeit, sodass wir schnell den Blick für die Variabilität dieses Mediums verlieren. Oft haftet der handwerklichen Arbeit mit Stoffen eine staubige Atmosphäre an sowie die Vorahnung besonders geschickt, sorgfältig und geduldig mit Nadel und Faden umgehen zu müssen. Das trifft jedoch nicht zu, denn es lassen sich intuitiv und spielerisch Werke herstellen, die durch ihre abstrakte und experimentelle Formensprache bestechen. Mit Kleber, Knoten und wenigen Stichen lassen sich weiche, körperliche Formen herstellen, die sich wie bei van Lunen der „Überbetonung von Inhalten in der Kunst“ entziehen und den Schaffensakt als solchen in den Fokus stellen.
Dauer: 120 Minten
Maximale Teilnehmerzahl: 20
Materialien: Alle benötigten Materialien werden bereitgestellt
Kursleitern: Elena Kathrin Gratzke, Museumspädagogin