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Mattia Denisse: STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker

6. Juni 2019 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

 

Mattia Denisse wurde 1967 in Frankreich, in Blois geboren, der Stadt von Jean Eugène Robert-Houdin (1), Denis Papin (2) und René Guénon (3). Seit 1999 lebt er in Lissabon und unternahm von dort ab Mitte der 2000er Jahre zahlreiche Reisen in das brasilianische Amazonasgebiet und auf die Kapverdischen Inseln. Die vorwiegend grafischen Werke und Texte, die nachfolgend entstanden, ähneln in ihrem Realismus den Zeichnungen eines Feldforschers. Sie dokumentieren Eindrücke von exotischen Landschaften und Vegetationen, aber eben auch von Mythen und kollektiven Erzählungen, die Eingang in Denisses fantastischen Bild- und Gedankenwelten finden. Dazu spielen Einflüsse der französischen Avantgarde-Literatur eine wichtige Rolle, insbesondere zu Alfred Jarry, Gründungsvater der „Pataphysik“ – als eine „Wissenschaft von den imaginären Lösungen, die die Denkskizzen symbolisch mit den Eigenheiten von Objekten, beschrieben durch ihre Möglichkeit, in Zusammenklang bringt“ – wie zu Raymond Roussel und René Daumal. So begann laut Denisse seine Reiselust in früher Kindheit mit Daumals unvollendetem Roman „Le Mont Analogue“ (1939) über einen Berg, der geographisch nicht verortbar ist und so faktisch nicht existiert, dessen mythischer Gipfel aber dennoch erreicht wurde.

In den über hundert Werken der Ausstellung verschmelzen autobiografisch Gesehenes, Erinnertes und Imaginiertes mit pata- und metaphysischen Spekulationen zu einer einzigartigen visionären Reise. Ob der Betrachter dabei auf Affen trifft, die als Anthropologen die Welt der Menschen betrachten, oder auf Eidechsen, die dem Alkoholismus verfallen sind: Die Blickwinkel drehen und wenden sich, und absurder Humor, karnevaleske Wortspiele und surreale Übersteigerung zeigen nicht nur den künstlerischen, sondern auch subversiven Wert von Denisses Phantasien.

„STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker“ ist die erste Werkschau des Künstlers in Deutschland. Sie zeigt eine Auswahl von frühen Zeichnungen und Monotypien sowie Neuproduktionen, wie die Siebdruckreihe „STATIV“ und eine Doppel-Diaprojektion. Die Ausstellung ist als ein Buch in drei Kapiteln angelegt,  ohne Anfang und Ende. Sie gibt daher keine Richtung vor sondern soll als eine literarische Erweiterung seiner tautologischen Werke, als ein zwischen Philologie und Parodie, Wahrheit und Fiktion schwebendes Geflecht von Bezügen und Anspielungen gelesen werden. In Bild und Text bietet sie so eine andere Form der Annäherung an das, was nicht zu sehen, was nicht niedergeschrieben ist und so als magisches Objekt von seinem Betrachter Besitz ergreifen mag.

(1) 1805-1871. Zauberkünstler, der unter anderem den berühmten Trick des „ätherischen Knaben“, Vorläufer der „Schwebenden Jungfrau“, erfunden hat.
(2) 1647-1712. Physiker, Mathematiker und Erfinder, der zu Vakuum, Dampfkraft und Wasser gearbeitet hat. Eine seiner Erfindungen war der Dampfkocher.
(3) 1886-1951. Autor von Schriften zur Metaphysik und Esoterik.

Kuratiert von Regina Barunke

Fotos: Simon Vogel, Köln

 

Mattia Denisse: STATIV VERLAG – Der Affe Anthropologe, 2018/19
Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019

Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019

Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Bremen Ausstellung, GAK, Mattia Denisse

Wilhelm Wagenfeld: Leuchten

29. Mai 2019 by Wilhelm Wagenfeld Haus

Wilhelm Wagenfeld: Tischlampe, 1924″, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Wilhelm Wagenfeld: Leuchten widmet sich im Rahmen des 100-jährigen Bauhausjubiläums den Leuchtenentwürfen Wilhelm Wagenfelds. Im Zentrum steht seine berühmte Tischleuchte von 1924, die wie kaum ein anderes Objekt mit dem Bauhaus verbunden wird. Die Ausstellung verfolgt, wie sich die Bauhausidee in den 1950er- bis 1970er-Jahren im Werk Wagenfelds weiterentwickelt.
Führt er das Bauhaus-Projekt fort oder erarbeitet er ganz neue Ansätze? Zeitgenössische Leuchtentwürfe erweitern den Blick und zeigen, wie heutige DesignerInnen an Wagenfelds OEuvre anknüpfen.

http://www.wilhelm-wagenfeld-stiftung.de

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Bauhaus, Bauhausleuchte, Tischleuchte, Wagenfeldleuchte, Wilhelm Wagenfeld

Naturalia Artistica – Sonderausstellung

13. Mai 2019 by Übersee-Museum Bremen

Kunstinterventionen entführen die Besucherinnen und Besucher vom 28. Juni bis zum 3. November im Kabinett Übersee und im Schaumagazin Übermaxx in einen himmelblauen Mikrokosmos. Die Künstlerin Anja Schindler lässt in der Ausstellung „Naturalia Artistica“ ihre Kunst in den Dialog mit der naturwissenschaftlichen Sammlung des Übersee-Museums treten und eröffnet so einen ganz neuen Blickwinkel auf die Sammlung des Hauses. Menschliche, künstlerische und Naturschöpfungen bilden ein organisches System, dessen Bestandteile, Naturalien oder Artefakte sich nicht mehr voneinander abgrenzen lassen.

Im Kabinett Übersee und Übermaxx

 

Das Begleitprogramm zur Ausstellung:

28. Juni, 15 –16 Uhr
Kulturstammtisch
Naturalia Artistica – ein Gespräch mit der Künstlerin Anja Schindler
erm. Museumseintritt

30. Juni, 15 – 16 Uhr
Öffentliche Führung
Naturalia Artistica
mit der Künstlerin Anja Schindler
2,- € zzgl. Museumseintritt

11. August, 14.30 – 16.30 Uhr
Familienaktion
Kunst-Expedition
Mit dem Zeichenstift durch die Ausstellung
mit der Künstlerin Anja Schindler
2,50 € zzgl. Museumseintritt

20. August, 18 –20 Uhr
Buchpräsentation
Anja Schindler – Naturalia Artistica
Die Künstlerin Anja Schindler, die Verlegerin Dr. Katerina Vatsella und der Biologe Dr. Volker Lohrmann im Gespräch
Eintritt frei

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Bremen, Kunst, Museen, Übersee-Museum

¯\_(ツ)_/¯ Meisterschüler*innen der HfK Bremen. Karin Hollweg Preis 2019

26. April 2019 by Weserburg

Die Ausstellungen der Meisterschüler*innen, die seit 2011 jährlich in der Weserburg stattfinden, geben einen facettenreichen Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion Bremens. Ein besonderer Höhepunkt ist die an die Ausstellung gekoppelte Verleihung des Karin Hollweg Preises. Mit insgesamt 15.000 Euro dotiert gehört er zu den wichtigsten Kunstförderpreisen an deutschen Kunsthochschulen. Die Hälfte des Preisgeldes ist für eine institutionelle Einzelausstellung in Bremen reserviert.

2019 sind 16 Künstler*innen an der Präsentation beteiligt, die ausnahmslos neue, zum Teil ortsbezogene Werke zeigt. Vertreten ist die gesamte mediale Breite von Malerei und Skulptur, über mehrteilige Installationen und Medienarbeiten bis hin zu überraschenden, in einem Museum für Gegenwartskunst nicht unbedingt zu erwartenden Werken, wie ein leise dahinplätschernder Wandbrunnen.

Kategorie: Ausstellung

André Thomkins. überall, aber schwebend

26. April 2019 by Weserburg

Die Weserburg Museum für moderne Kunst zeigt mit überall, aber schwebend eine monografische Ausstellung mit rund 80 Werken des Schweizer Ausnahmekünstlers André Thomkins (* 1930 in Luzern, † 1985 in Berlin). André Thomkins zählt zu den interessantesten und vielfältigsten künstlerischen Positionen der Nachkriegszeit. Außerhalb seines Schweizer Heimatlandes stehen seine poetischen, experimentierfreudigen und humorvollen Setzungen jedoch bisweilen unberechtigt im Schatten seiner Künstlerfreunde Daniel Spoerri, Robert Filliou oder Dieter Roth. In einer jüngeren Künstler*innengeneration wird der zweimalige Documenta-Teilnehmer dagegen als Impulsgeber international hoch geschätzt. Dies sind gute Gründe, sein Schaffen erneut in den Blick zu nehmen.

Die Weserburg Museum für moderne Kunst verfügt mit der Sammlung Karl Gerstner über ein außergewöhnliches Konvolut von Arbeiten des Künstlers. Dieses wird anlässlich der Ausstellung ergänzt von Leihgaben aus Privatsammlungen aus Bremen, Berlin und Budapest sowie aus dem Nachlass des Künstlers. Zusammen ergibt sich ein umfänglicher Einblick in alle Schaffensperioden von André Thomkins.

1969 nach seinem Lieblingsort und -zustand gefragt, antwortete Thomkins: „überall, aber schwebend.“

Kategorie: Ausstellung

Straub/Huillet/Cézanne. Seelen malt man nicht

12. Februar 2019 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Harald Bergmann, Gerald Domenig, gerlach en koop, Peter Handke, Ana Jotta, Pierre Leguillon, Erle Loran, Benoît Maire, John Rewald, Ker-Xavier Roussel, Hartwig Schwarz, Straub/Huillet, Joëlle Tuerlinckx, Rémy Zaugg

„Seelen malt man nicht“ ist ein Zitat aus Jean-Marie Straub und Danièle Huillets Film „Une visite au Louvre“. Der junge Joachim Gasquet begleitet Cézanne bei seinen regelmäßigen Besuchen in das Pariser Louvre-Museum, über das der Maler in einem Brief schrieb: „Der Louvre ist das Buch, in dem wir lesen lernen. Doch dürfen wir uns nicht damit begnügen, die schönen Formeln unserer Vorgänger beizubehalten. Suchen wir, uns von ihnen zu entfernen, um die schöne Natur zu studieren; trachten wir danach, den Geist zu erfassen, und bemühen wir uns, uns unserem persönlichen Temperament entsprechend auszudrücken“. Das französische Filmemacherpaar Straub/Huillet widmete dem Maler in Folge zwei Filme: „Cézanne. Dialogue avec Joachim Gasquet“ (1989, dt. Fassung: Paul Cézanne. Im Gespräch mit Joachim Gasquet) und „Une visite au Louvre“ (2003).

Für den ersten Film wurden Straub/Huillet (1933 in Metz/Paris 1936-2006 Cholet) vom Pariser Musée d’Orsay eingeladen, ein Porträt über den jungen Cézanne zu drehen. Sie entschieden dagegen und konzentrierten sich auf den letzten Lebensabschnitt zwischen Frühling 1896, als der 57-jährige Cézanne den jungen Joachim Gasquet traf, er sich seinem ‚motif‘ der Montagne Sainte-Victoire widmete, und 1906, als der Maler starb. Das war zu der Zeit, von der Gasquet erzählt, er habe auf der Straße gehört, wie hinter dem Rücken von Cézanne Leute sagten: „Solche Maler sollte man erschießen“. Eine ähnlich harsche Kritik und Unverständnis traf auch das filmische Werk der ‚Straubs’.

Joachim Gasquet, Schriftsteller und Kunstkritiker, war Sohn eines Schulfreundes von Cézanne aus Aix-en-Provence. Aus den gemeinsamen Besuchen im Louvre entstand eine Freundschaft, die sich in Briefen, Gesprächen und 1921 in Gasquets zweibändigem Buch „Cézanne“ niederschlug. Letzteres bildet auch die inhaltliche Grundlage für den Nachfolgerfilm „Ein Besuch im Louvre“, in dem Cézanne weniger über seine Lehre spricht als über Künstler und Traditionen, die sein Werk beeinflusst haben. Gemeinsam gehen sie durch das Museum von Tintorettos idealer, vibrierender Malerei des Himmels zu Courbet, dem Maler der Commune, dem Maler der Erde. Cézannes Kommentare spiegeln dabei nicht nur seinen persönlichen Geschmack wider, sondern eine uralte Debatte in der Geschichte der Malerei. Die Filmemacher Straub/Huillet demonstrieren ihre Komplizenschaft mit Cézannes Beobachtungen, indem sie beispielsweise dann Schwarzbilder einsetzen, um Werke von Künstlerkollegen zu verdecken, die er vehement ablehnt. Vor Werken, die Cézanne jedoch bewundert, dehnen sie ihre eigene Bewunderung unendlich aus, indem sie die Kamera nah ans Bild heranführen, um jedes einzelne Detail einzufangen und dort unbeirrt zu verharren. In beiden Filmen wird so ein Ausblick eröffnet, was Malerei heute sein könnte – ein Ausblick, wie ihn nur wenige in den letzten Jahrzehnten innerhalb ihrer Malerei aufzeigen konnten.

Ausgehend von den zwei genannten Filmen, beschäftigt sich die Ausstellung mit der Fragestellung, was Malerei ist, und leitet sie über das Medium Film in einen weiter gefassten Diskurs, der das Verhältnis von Malerei, Fotografie und Film untersucht. Dafür präsentiert sie Werke und Archivalien von ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern, die mögliche Antworten, Weiterführungen oder Infragestellungen derselben formulieren und insbesondere das Thema von Bildbetrachtung, Bildbeschreibung und Bildkritik in den Blick nehmen.

Danièle Huillet schrieb in einem Entwurf zu dem Filmprojekt: „Wir werden wieder sehen müssen, besser sehen, wirklich sehen, Leinwände, die wir nicht kennen, und Cézanne wird uns dabei helfen, mit seinem durchdringenden Blick.“ In einer Welt, in der Bilder hergestellt werden, um als Waffen Seelen zu verletzen, ist Straub/Huillets konzentrierte Bewegung hin zur Malerei eine entschieden politische Tat und somit aktueller denn je.

Kuratorin: Regina Barunke

Kategorie: Ausstellung

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