Museen in Bremen

Museen, Ausstellungen und kulturelle Bildung in Bremen

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PASSING SNOW Gunther Gerlach

12. August 2026 by Städtische Galerie Bremen

Retrospektive des Bremer Bildhauers und Zeichners.

In der Ausstellung werden Skulpturengruppen, großformatige übermalte Stahldrucke und Radierungen gezeigt. Abstrakt figurative Holzskulpturen begegnen erzählend Traumhaftem auf Nessel und Büttenpapieren. Die breit gefächerte Raumauffassung des Künstlers reicht von Skulptur Setzungen über Rauminstallationen bis ins Poetische. Präsenz und Flüchtigkeit sind die beiden Pole, Zwischenräume freizulegen, um Unsichtbares sichtbar zu machen. In den Skulpturen erstarrt die Bewegung im Raum, während in den flächigen Arbeiten weiße Figuren die schwarze Raumtiefe bevölkern.

„Wenn ich als skulptural arbeitender Bildhauer das gewachsene und lebendige Material Holz aufbreche oder zerteile, scheint der Eingriff einschneidend, führt zu einer anderen Konstellation und eröffnet neue Perspektiven. Immer neigt sich die Form der menschlichen Gestalt zu, weil wir uns in der Abstraktion wie in einem Spiegel wiedererkennen.“

Gunther Gerlach

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Bremen, Gegenwartskunst, Skulpturen, Zeichnung, Zeitgenössische Kunst

Julia Horstmann: manipulated fragments

12. Juli 2026 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

manipulated fragments von Julia Horstmann ist die sechste und letzte Ausstellung in der Reihe for fear of continuity problems, die sich in einem Teilbereich der GAK sowie den Posterrahmen im Außenraum mit Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzt.

In ihren Arbeiten hinterfragt Julia Horstmann, welche sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen oder auch Utopien in Architekturen mit entworfen werden. Ein Material, eine Blickachse oder die zunächst abstrakt erscheinenden Linien einer architektonischen Zeichnung erzählen dabei viel von den zugrunde liegenden gesellschaftlichen Überzeugungen oder Direktiven, die sich in Räumen abbilden. Sie haben konkrete Auswirkungen auf das Leben, das in ihnen stattfindet, ihre Herleitung oder Entwicklung jedoch bleiben oftmals unsichtbar. Gleichzeitig hat die Gestaltung von Raum unmittelbare Auswirkungen nach außen, auf gesellschaftliche Rollen, auf Ein- und Ausschlüsse ebenso wie auf Ängste.

Für die Posterrahmen bringt Horstmann in Zeichnungen und Collagen Psychiatriegrundrisse der letzten 300 Jahre zusammen, in denen wandelnde Konzepte von Überwachung, Behandlung und Präsentation aufeinandertreffen. Die als Linien und Öffnungen sichtbaren Wände verhandeln Grenzbereiche von Rückzug und Ausschluss und die Kontrolle von Kontaktzonen. Das Spannungsfeld innerhalb dieser realen Räume erweitert sich heutzutage zunehmend auch auf imaginäre Räume und den Kontakt mit KI.

Im Innenraum der GAK entwickelt sie ebenfalls ausgehend von Grundrissen ein Szenario zwischen historischer und gegenwärtiger Orientierung, Erinnerung und Vergessen. Ausgangspunkt ist der Gedächtnispalast, eine Methode der Erinnerung, bei der die zu erinnernden Inhalte mit Räumen und sich darin befindenden Objekten verknüpft werden, die anschließend zur Vergegenwärtigung gedanklich durchschritten werden können. Im englischen heißt die Methode „memory theatre.“ Diesen Bezug zum Theater, zum Spielen und Aktualisieren, der sich in jeder neuen Beschäftigung potenziell ereignen kann, greift Horstmann auf, um alte Verknüpfungen zu hinterfragen und neue vorzuschlagen.

Kategorie: Ausstellung

Dialogische Führung in der Ausstellung RÄUME AHNEN Rosa Jaisli

6. Juni 2026 by Städtische Galerie Bremen

Anlässlich des Sommerfestes auf dem Peter-Zadek-Platz bieten wir eine dialogische Führung an.
Die Künstlerin Rosa Jaisli im Gespräch mit dem Kurator Ingmar Lähnemann in ihrer Ausstellung.

15.00 – 17.00 Uhr

Eintritt zur Veranstaltung frei!

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Bildhauerin, Bremen, Führung, Skulpturen, Zeitgenössische Kunst

RÄUME AHNEN Rosa Jaisli

6. Juni 2026 by Städtische Galerie Bremen

Die Bremer Bildhauerin Rosa Jaisli zeigt in ihrer retrospektiven Einzelausstellung vielfältige Ansätze plastischer Kunst. Alabasterskulpturen, Lehmgebilde, Teerpappen-Cut-outs, Stoffbündel, ein Torfhaufen, in Papier gearbeitete Schnitte und Papier als plastisches Material belegen, wie experimentell Rosa Jaisli arbeitet.

Mit großer Präzision setzt sie die spezifischen Materialqualitäten für das jeweilige Anliegen ihrer Kunstwerke ein. Sie bietet uns sinnliche Erfahrungen, die mit den haptischen Qualitäten des Materials und unseren tradierten Assoziationen einhergehen. Ein Grundmotiv der Bildhauerei wird dabei zum expliziten Thema und zu einer Erfahrung für das Publikum: die Erschließung und Öffnung von Räumen.

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Bildhauerei, Bremen, Installation, Kunstausstellung, Museum, Zeitgenössische Kunst

C.B. Evans: Ad Hoc Order

31. Mai 2026 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Am 20. November 2099 geht in MEMORY! (2025) eine Erinnerung verloren. C.B. Evans‘ Videoarbeiten und Skulpturen, die hier im Kontext unserer Ausstellungsreihe for fear of continuity problems gezeigt werden, richten sich gegen den Schutt, den Abfall und die Toxizität, die durch die systematische Zerstörung der Zukunft entstehen.

Häufig nutzt C.B. Evans (belgisch-amerikanische Künstler:in, leben und arbeiten in Saint Denis, Frankreich) die Form der Videoinstallation, um Umgebungen in einer imaginierten Welt zu schaffen. Die Kunstwerke, aus denen diese Umgebungen bestehen, greifen technologische, politische und soziale Bedingungen der Gegenwart auf, um ihre zukünftigen Auswirkungen zu untersuchen und neu zu gestalten. Diesen oftmals vermeintlich abstrakten Konstellationen gibt Evans‘ in ihren Arbeiten eine emotionale Dimension.

Zum Ausgangspunkt der Ausstellung Ad Hoc Order werden die zwei Videoarbeiten MEMORY! (2025) und RECEPTION! (2024) – Charakterstudien einer Protagonistin und ihrer Doppelgängerin, eine Erinnerung, die ihren Körper verlassen hat. Beide leben in einer Welt, in der eine ökologische Krise zu einem Speicherplatzmangel führte und woraufhin die Bevölkerung einen Großteil ihrer persönlichen Daten verloren hat. Erstmals wurden die aufeinander reagierenden Arbeiten 2025 auf der Sharjah Biennale gezeigt, zusammen mit der Werkreihe Ad Hoc Order: Ein scheinbar aufgerissenes skulpturales Modell, das den Plenarsaal der Vereinten Nationen in New York neu imaginiert und das auf den Trümmern der zerstörten Stadt erbaut wurde. Während MEMORY! diese Umgebung aufgreift, spielt RECEPTION! in einem anderen Raum – dem ehemaligen Europäischen Parlament, welches zu einem „Globalen Archiv für Erinnerungsmanagement und -archäologie“ (Global Archive for Memory Management and Archaeology GAMMA) umgenutzt wurde. Die Arbeiten zeigen einzelne Charaktere, die, verwoben mit computergenerierten, gefundenen und festgehaltenen Bildern, auf Übersetzungsprozesse des kollektiven Gedächtnisses und kollektiver Verantwortung aufbauen. Beide fragen danach, wie und ob Erinnerung überleben sollte, angesichts der „Speicherkrise“, die wir – ausgelöst durch die Verschwendung unserer dysfunktionalen Gesellschaft – an künftigen Generationen vererben werden.

Ausgehend von dieser Vorstellung, dass Abfall sowohl eine allgegenwärtige Realität als auch ein Ad-hoc-Material für zukünftige Gesellschaften ist, begab sich Evans‘ in Vorbereitung auf die Ausstellung auf die Suche nach entmilitarisiertem Rüstungsabfall. Das gesammelte Metall stammt von EST Energetics, einer Abfallentsorgungsanlage, die den Müll einer boomenden europäischen Industrie neutralisiert und für einen neuen Lebenszyklus aufbereitet (während Tonnen von Rüstungsabfällen mit ihren physisch und psychisch giftigen Chemikalien in den Böden und Gewässern dieser Welt verbleiben). Dieser Recyclingprozess ist selbst Teil einer industrialisierten Kriegswirtschaft, die Wert aus Zerstörung schöpft.

Vor diesem Hintergrund ist wichtig zu erwähnen: Das aus der Lieferkette entnommene Material wurde von der Künstler:in persönlich und ohne jegliche finanzielle Gegenleistung gesammelt.

Aus der Umwandlung des Metallabfalls sind kleine Alltagsgegenstände entstanden, die nun in den Posterrahmen der GAK zu sehen sind. Wie auch in der ursprünglichen Ad Hoc Order Reihe, wird jedes Objekt von einem Titel begleitet, der als spöttische Drohung gegenüber einer bestehenden Ordnung gelesen werden kann und andeutet, dass die Überreste der automatisch erzeugten Krisen in nützliche Werkzeuge verwandelt werden, um die alte Ordnung zu überwinden und in eine neue überzugehen.

Ergänzt werden die Objekte von Plakaten, die ursprünglich für das Fundraisingprojekt Love is Resistance entworfen wurden, auf denen der Satz des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish an seinen kurz zuvor verstorbenen Freund Edward Said zu lesen ist: „I urge you to cling to the impossible!“ – Ich fordere dich auf, am Unmöglichen festzuhalten!

C.B. Evans Ausstellung Ad Hoc Order ist die fünfte in unserer Reihe for fear of continuity problems, die sich in einem Teilbereich der GAK sowie den Posterrahmen im Außenraum mit Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzt.

23.05.–05.07.2026

Eröffnung: 22.5. 19:00

Die Reihe for fear of continuity problems ist die Einladung zu einem Ping-Pong-Spiel mit dem kleinen Buchladen der GAK und der Frage, wie sich Erinnerung, Perspektiven, Narrationen, Identitäten und Unbewusstes verräumlichen und öffentlich verhandeln lassen. Julia Horstmann hat für das gemeinsam konzipierte Projekt ein neues Bücherregal entworfen, das angelehnt ist an die Idee vom Gedächtnispalast, einer Methode der Erinnerung anhand von Räumen und Artefakten.

Gefördert durch

Der Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, Liebelt Stiftung Hamburg, Waldemar Koch Stiftung, Sparkasse Bremen

Kategorie: Ausstellung

Beth Collar, Harm Coordes & Luisa Recker, Alex Hojenski sowie Pierre Allain und Jashua Bustos Chumasero:Produced on the Skin

31. Mai 2026 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Die Gruppenausstellung Produced on the Skin zeigt vom 23. Mai bis 23. August 2026 künstlerische Arbeiten, die sich mit den Schnittstellen und Grenzbereichen auseinandersetzen, die uns umgeben und uns ausmachen. Über die Haut, den Sehsinn, Berührungen und die Struktur unseres Gehirns, über technische Apparate, Kleidung und Architektur vermitteln unterschiedliche Arten von Membranen zwischen Individuen und ihrer Umgebung. Sie verarbeiten und reagieren auf Eindrücke. Sie prägen, wie wir uns verhalten, was hineindarf und was wir lieber nicht an uns ranlassen, wovor wir uns schützen und womit wir aktiv umgehen und was wir nach Außen tragen wollen. Der Begriff des Prägens ist dabei mitunter auch ganz plastisch zu verstehen: von Substanzen bis zu Erlebnissen – Einflüsse verändern Körper, Gehirne und Haltungen.

„Ich habe immer gedacht, dass künstlerisches Schaffen ein Weg der Hautlosen sei, um sich mit einer Haut zu versehen“, schreibt die Schriftstellerin Kirstina Lugn in „Hundstunden“. Künstlerisches Arbeiten begreift sie in diesem Sinne als Membran, die die Beziehung zwischen selbst und Umgebung, zwischen Sprache und Material filtert. Die künstlerischen Arbeitsweisen in der Ausstellung verhandeln diese materiellen Grenzen und reflektieren was aufgenommen wird und in welcher Form es wieder ausgegeben wird. Sie thematisieren Fragen von Verkrustung und Durchlässigkeit, Rückzug und Verflüssigung, Nähe und Distanz.

Kategorie: Allgemein, Ausstellung

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