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Galerie K‘

4. Mai 2026 by Galerie K'

Thomas Hartmann: Die zweite Republik der Bücher

Eröffnung 15.5. | 19:00

Aus: Alexander Kluge
Die Republik der Bücher

Zu Bildern von Thomas Hartmann (…)

Die (…) Bilder (von) Thomas Hartmann (…) handeln von Büchern und Archiven. Ein „Zoo der Schriftlichkeit“. Eine Hymne auf die Überlieferung von Narrationen, Berichten und Texten: eben das, was Bücher, Zettelkästen und Gedankenspeicher vermögen. (…) Menschen treten zu den Büchern hinzu (der Mensch (ist nun) weit vorn, (…) (zuvor) war (er) noch hinter dem Stapel von Büchern, die er schleppt, verborgen). Unmittelbar nach dem Bild (…) folgen zunächst Bilder einer rebellischen Anarchie. (…) (D)ann erstmals ein Fenster. Eine Lampe, ein Stuhl, auf dem ein Autor oder Leser saß und ein wildes Durcheinander von Schriften – und zugleich ein Blick aus der Bücherwelt nach draußen. (…)(D)ann ein arbeitender Mensch am Tisch. Wellen von „Inhalt“, offenbar nicht nur aus Büchern um ihn herum.

Eine gewaltige Kathedrale von Büchern (…). Mit einer in der unpoetischen, realen Welt schwer vorstellbaren Leiter. Die Leiter – eine entfernte Verwandte der Jakobsleiter – führt nur zur Hälfte der Regalbauten. Irgendwann wird ein Mensch, der sie besteigt, mit der „Suche nach dem verlorenen Buchstaben“ beginnen. Es scheint mir nicht unmöglich, dass irgendeines dieser gotisch in die Höhe weisenden Bücherregale ein Stück der „Dunklen Seite des Alpha“ berichtet. Die Farben und die Schichtung der Bücher – aber auch ein „verlassenes Lager an Regalen und Kästen (…) bewirken bei mir, dass die Absicht wechselt. DIE FRAGE VERSCHIEBT SICH: Die Hoffnung, die sich auf die Dunkle Seite des Alpha richtet, wo der Gottesname notiert sein mag, wo aber auch ein Brunnen oder Abgrund wartet, möchte ich nicht dadurch verlieren, dass ich das Notat tatsächlich finde. „Ich möchte, dass mich mein Gott nicht enttäuscht“. Lieber will ich ihn im Verborgenen wissen und meine Hoffnung behalten.

Solche Hoffnung schmückt die Fluchtlinie der farbkräftigen Bände mit Schleifen (…). Überhaupt sind die Farben, die Unschärfen, die malerischen Mittel den Büchern überlegen, wie sie tatsächlich in den Bibliotheken und in den Arsenalen gespeicherten werden. Hartmanns Buch ist eine Feier für Bücher, die noch gar nicht geschrieben wurden. Auch enthält es ein Lamento: den Trauergesang über den Brand der Bibliothek von Alexandria. Dramen von Sophokles gingen dort im Feuersturm auf Ewig verloren. Wir müssen uns aufmachen, sie aus den wenigen Zitaten, die in fremden Werken auf diese Dramen hinweisen, zu rekonstruieren. Wir müssen sie neu schreiben. Ich verzeihe den Brandstiftern nicht, dass sie diese schöne Bibliothek, die das Wissen der Antike enthielt, anzündeten. Den Tod der Frauen, die als Hexen verbrannt wurden, verzeihe ich deren Richtern nicht.

Es gilt: „APOKATASTASIS PANTON“ – die Auferstehung aller vernichteten Kreatur. Davon handeln Bücher. Bücher sind nicht harmlos. In ihnen steckt der Geistersturm, der Wind, der die Geschichte durchweht.

(…)

Immer erneut Perspektiven. Die Welt der Bücher als Hochbau und zugleich als flach hingestreckter Turm von Babylon. Auf (…) (einem der Bilder) sehe ich Texte auf dem begehbaren Boden zwischen den Büchern. „Licht und Schatten“ / „Das wahre Leben“ / „Landschaft wie Gewalt“ / „Ein Anfang, kein Ende“. An der Decke des büchergefüllten Raumes in Paradeaufstellung, mit lesbaren Titeln, die keinen Gehorsam versprechen, eine weitere der gewaltigen Horizontlinien: Bücher weisen auf eine unsichtbare Zentralperspektive hin, einen Punkt, eine Lücke in der Realität. Hätte man mehr Erfahrung, wohin diese Lücke führt (so wie während der Luftangriffe 1944 ein Mauerdurchbruch über die Nachbarkeller aus der brennenden Stadt herausführte) – ja, dann wüsste man etwas von Heterotopie und Utopie. Davon handeln Bücher. Groß und poetisch gemalt z. B. auf den Seiten 106 und 107. Bewegend für mich: ein Mensch mit Regenschirm vor Bücherwand. Ich nehme an: er weiß, wie Nässe auf der Haut sich anfühlt. Er steht vor dem Wald von Büchern wie der von Caspar David Friedrich gemalten Chasseur, der ratlos vor einem russischen Wald steht.

Je mehr der Betrachter zu den Anfangsbildern dieser Bildersammlung gelangt, desto mehr zeigen sich die Bücher in ihrem Eigenleben: „Bücher sind sich selbst genug“. Sie vereinsamen nicht, wenn sie keine Leser haben.

Bücher sind kein technisches Instrument der Kommunikation. Sie sind Lebewesen. Alle die, die Bücher (als Berichterstatter, Sammler, Erzähler oder Drucker) herstellten, haben ihnen mit ihrer Lebendigkeit Leben eingehaucht. Nachts, das weiß ich genau, reden die Bücher miteinander In den großen Magazinen der Bibliotheken tauschen sie sich untereinander aus. Es ist ein Gemurmel zu hören. Der Astronom Kepler nahm an, dass das Gebrumm der Bücher untereinander ähnlich klingt, wie der Ton des Planeten Uranus. Kepler hat in seinem Buch Harmonices Mundi solche Planetentöne in Noten aufgeschrieben. Der Alchemist Doktor Robert Fludd, ein Zeitgenosse Shakespeares, Liebling Anselm Kiefers, hat eine besondere Notenschrift für die kosmische Musik in dem Kapitel Musica Mondana niedergelegt, das sich in seiner Utriusque Cosmi Historia findet. Ich erwähne die Noten und die Musik, weil mich die Bilder(…) an Musik erinnern. Sie zeigen nicht bloß Bücher.

(…)

Kategorie: Ausstellung, Galerien

Galerie K Strich

4. Februar 2026 by Galerie K'

Ola Yeriemieieva: l‘image fantôme / Образ привида

Kategorie: Ausstellung, Galerien

PRODUZENT*INNEN 2025

25. Februar 2025 by Galerie Mitte im Kubo

07.03.2025 – 11.05.2025

Kate Andrews, Katja Blum, Franziska von den Driesch, Alice Gericke, David Hepp, Ricardo Nunes, Edith Pundt

 

Vernissage I: Freitag, 07.03.2025, 19 Uhr

Vernissage II: Freitag, 04.04.2025, 19 Uhr

Finissage: Sonntag, 11.05.2025, 15 Uhr

 

Die Ausstellung PRODUZENT*INNEN ist Teil der seit 2024 etablierten programmatischen Neuausrichtung Y*A*C – young artists curating der Galerie Mitte in Bremen. Nach der ersten Umsetzung im vergangenen Jahr  wird das Format  2025,  unter Beteiligung neuer künstlerischer Positionen, fortgeführt. Das Ausstellungskonzept setzt sich weiterhin mit der Frage der ökonomischen Unabhängigkeit von Produzent*innen auseinander und bietet sieben Künstler*innen die Möglichkeit, in der zweiteiligen Ausstellungszeit unterschiedliche Werke zu präsentieren. Ein begleitendes Rahmenprogramm, bei dem Akteur*innen aus Kulturpolitik, Verbänden und Institutionen eingeladen werden sich mit den Perspektiven und Forderungen der Künstler*innen auseinanderzusetzen, soll auch in diesem Jahr fester Bestandteil sein. Die Galerie Mitte fungiert dabei als katalytische Schnittstelle zwischen Produzent*innen und nicht-kommerziellem Ausstellungsort und schafft Raum für Austausch, Diskussion und Reflexion.

Auch 2025 ist der potentielle Verkaufsprozess bewusst an das Konzept einer Produzent*innen – Galerie angelehnt . Mit der jährlichen Fortsetzung dieses Formats wird ein langfristiger Diskurs angestrebt, der die Kunstszene kontinuierlich mit neuen Impulsen konfrontiert.

Kuratiert von Rebekka Kronsteiner und Ele Hermel

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Öffnungszeiten: Do-So /15-18 Uhr und nach Vereinbarung

Merh Infos unter:

www.galeriemitte.eu

Kategorie: Ausstellung, Galerien

villa sponte zeitkultur e. V.

18. April 2024 by villa sponte zeitkultur e. V.

In einer 1928 von Konsul Heinemann am Osterdeich 59b errichteten Villa hat sich Mitte 2012 der Verein villa sponte zeitkultur e.V. gegründet. Intention war und ist, hier einen Ort zu schaff en, an dem vielfältige kulturelle Veranstaltungen stattfinden können. Der Name des Vereins ist Programm: Mitglieder*innen, Freund*innen und Besucher*innen sind aufgefordert selbst initiativ zu werden.
Sei es bei der Organisation von Angeboten, dem Einbringen von Vorschlägen oder der Unterstützung bei der Durchführung von Veranstaltungen.
So bildet das ehrenamtliche Engagement einen Grundpfeiler der Kulturarbeit im Verein. Die Schwerpunkte der kulturellen Arbeit liegen in der Organisation und Durchführung von Kunstausstellungen, Lesungen, Konzerten, Theatervorführungen und Workshops. Dabei soll eine möglichst große Vielfalt innerhalb der kulturellen Sparten realisiert werden.

Das Haus der Villa Sponte vereint die akustisch und optisch gut abgestimmten Konzert- und Ausstellungsräume, mit dem „Studio Hedwig“, einer Artist- in Residence Wohnung und der „post.it gallery“ zu einem vielschichtig bespieltem Kulturort, an dem Kunst und Musik nicht „nur“ präsentiert, sondern auch produziert wird.

Zu unserem eigenen Podcast geht es hier lang: https://www.youtube.com/@VillaSponte

Und hier zu unserem Instagram: https://www.instagram.com/villaspontezeitkultur/

Kategorie: Galerien

kek – Kindermuseum für Bremen

26. Februar 2021 by kek Kindermuseum

Kategorie: Galerien

Kunstverein Bremerhaven

26. Februar 2021 by Kunstverein Bremerhaven

Kategorie: Galerien

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