Der Turmbau zu Babel als Massaker. Der Künstler als toter Revolutionär. Ein Gotisches Fenster aus Schmetterlingsflügeln – Proof of Life vereinigt über 100 Gemälde, Skulpturen und Fotoarbeiten, die auf sinnliche und zugleich sinnstiftende Weise existentiellen Fragestellungen nachgehen. Ihre ästhetische Wucht zieht die Betrachter wie von selbst in den Bann. Das, was sie zeigen, knüpft an eine zum Teil weit zurückreichende Tradition wirkmächtiger Bilder an. Sie zitieren, verführen, irritieren, provozieren und thematisieren zugleich moralische Wertvorstellungen. Dazu gehört die Aufforderung, das Gesehene nicht nur historisch zu verorten, sondern auch ganz konkret auf die Gegenwart zu beziehen. Die Werke stammen aus einer in dieser Form noch nicht öffentlich gezeigten Privatsammlung. Proof of Life präsentiert eine präzise Auswahl mit zum Teil raumgreifenden, überaus eindrucksvollen Werken internationaler Kunststars wie Louise Bourgeois, Jake & Dinos Chapman, Anton Corbijn, Tracey Emin, Damien Hirst oder Daniel Richter.
Logo. Die Kunst mit dem Zeichen
Ausstellung im Wilhelm Wagenfeld Haus
19.5. bis 8.10.2017
Eine Kooperation der Wilhelm Wagenfeld Stiftung mit dem Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
„Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann“, stellt der Gestalter Kurt Weidemann fest. Tatsächlich entscheidet über den Erfolg eines Logos wie verständlich, unverwechselbar, einprägsam und reproduzierbar es ist. Daher nutzen Designer häufig dieselben Mittel, die in der Konkreten Kunst Anwendung finden: Sie arbeiten mit Grundformen, setzen auf Signalfarben und erreichen eine immer stärkere Vereinfachung.
Es ist also kein Zufall, dass zahlreiche konkrete Künstler auch erfolgreich als Logo-Gestalter gearbeitet haben. So ließ der Autohersteller Renault ein Zeichen von dem Op-Art Künstler Victor Vasarely entwerfen, Karl Duschek entwickelte das Logo der Deutschen Börse und Anton Stankowski gestaltete für die Deutsche Bank den berühmten „Schrägstrich im Quadrat“, der zu einem der bekanntesten Markenzeichen im globalen Finanzsektor geworden ist. Die Ausstellung geht erstmals der Verbindung von Zeichen und der signalhaften Malerei der Konkreten Kunst nach und bringt dabei Kunst und Design in bisher nie gezeigter Weise zusammen.
Gestalter und Künstler
Peter Behrens, Karl Duschek, Heijo Hangen, Josef Linschinger, Guido Münch, Daniel Pflumm, Wolfgang Schmittel, Anton Stankowski, The Old Boys` Club, Victor Vasarely & Yvaral, Kurt Weidemann
Die Ausstellung Logo. Die Kunst mit dem Zeichen läuft vom 19.5. bis 8.10.2017.
WUSEUM- Dauerausstellung
Starten Sie eine grün-weiße Zeitreise und erleben Sie auf über 350 Quadratmetern über 125 Jahre Vereinsgeschichte. Lassen Sie sich zurückversetzen in die Zeit des „Fußball-Verein ‚Werder‘ von 1899“, der sich seit den Anfängen auf dem Stadtwerder nahe der Weser zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Fußballvereine entwickelt hat. Erleben Sie noch einmal die großen Spieler, Spiele und Triumphe und erfahren Sie mehr über die kleinen Geschichten abseits des Rampenlichts.
Stapeln. Ein Prinzip der Moderne
Wir alle stapeln Dinge: ungelesene Zeitungen, Brennholz, ordentlich gefaltete Pullover oder Suppendosen im Vorratsschrank. Das Stapeln ist eine grundlegende Kulturtechnik.
Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Phänomen bisher nur wenig erforscht und ausgestellt wurde. Dabei wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts so systematisch gestapelt, dass viele Bereiche unseres Lebens davon beeinflusst werden. Das Kubus-Geschirr aus Pressglas von Wilhelm Wagenfeld ist eines der frühesten Beispiele für stapelbares Industriedesign und verdeutlicht zugleich, dass das Stapelprinzip mehr bedeutet, als nur Dinge übereinanderzustellen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchten viele reformerische Kräfte wie beispielsweise die Gestalter am Bauhaus, Einfluss auf die Welt zu nehmen. Das Raster als universales Ordnungssystem kam diesem linearen Denken entgegen. Walter Gropius hat das Raster als „Baukasten im Großen“ auf die dreidimensionale Architektur übertagen. Gut 10 Jahre später ist es Wilhelm Wagenfeld, der dieses Prinzip als einer der ersten für einen Alltagsgegenstand anwendet.
Umsetzen ließ sich diese Technik nur durch eine industrielle Massenproduktion, die theoretisch unendlich viele gleichartige Elemente hervorbringen kann.
Weitere beteiligte Designer / Künstler (Auswahl):
Alvar Aalto, Ronan & Erwan Bouroullec, Joe Colombo, Heinz H. Engler, Margarete Jahny, Ferdinand Kramer, Hanna Krüger, Heinrich Löffelhardt, Enzo Mari, James Nizam, Ambrogio Pozzi, Tejo Remy, Nick Roericht, David Rowland, Alma Siedhoff-Buscher, Ettore Sottsass, Helen von Boch, Lella und Massimo Vignelli, Wilhelm Wagenfeld, Walter Zeischegg.
Lilien, Lurche, Landkarten… – das historische Medium Wandbild in der Schule
Ausstellung im Wall-Saal, vom 04.03.-25.04.2025
Über 100 Jahre lang waren Wandbilder das wichtigste Medium der Wissensvermittlung in der Schule. Die Fülle und Vielfalt der Schulwandbilder im Schulmuseum Bremen belegen die Erfolgsgeschichte dieses Lehrmittels. Für den Anschauungsunterricht, die Naturlehre, Erdkunde, Biblische Geschichte und andere Fächer wurden sie konzipiert. Sie zeigen heimische Pflanzen oder exotische Tiere, physikalische Apparate, Märchenmotive, Handwerk und Industrie. Auch die großformatigen Landkarten sind sicher noch vielen aus ihrer Schulzeit im Gedächtnis. Bis in die 1970er Jahre gehörten die Wandbilder zum kollektiven „Bilderschatz“ vieler Kinder. Die Ausstellung präsentiert, wie im Verlauf von hundert Jahren neue Themen für den Schulunterricht relevant und im Wandbild vorgestellt wurden. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Freundeskreises Schulmuseum Bremen e.V. präsentiert das Schulmuseum Bremen damit auch einen Ausschnitt aus seiner großen und vielfältigen Wandbild-Sammlung, die durch ein Projekt 2024 digital erschlossen werden konnte.
Das Jubiläum – 40 Jahre Schulmuseum Bremen und sein Freundeskreis
Das Schulmuseum und sein Förderverein blicken 2025 auf eine 40-jährige Geschichte zurück: Seit 1983 wurde Auf der Hohwisch mit dem Aufbau der schulgeschichtlichen Sammlung begonnen, als Kooperationsprojekt der Abteilungen Kultur und Bildung des Bremer Senats. Der Förderverein, der die Einrichtung eines Schulmuseums für Bremen zum Ziel hatte, gründete sich dazu in konstituierender Sitzung am 4. März 1985.
Das älteste Zugangsbuch von 1984 belegt als erstes Sammlungsstück des Museums „Schaubild: Steinadler“. Von 758 Objekten bildeten 615 Wandbilder den Grundstein der Sammlung. Deshalb zeigen wir zum Jubiläum attraktive Schulwandbilder aus unserem Bestand.
Das Schulmuseum Bremen betreut heute einer der größten schulhistorischen Sammlungen in Deutschland. Dokumente zu den reformpädagogischen Schulen der Weimarer Zeit und aus Bremer Schulen in der NS-Zeit gehören zu den herausragenden Beständen.
Die Öffnungszeiten für die Ausstellung im Wall-Saal der Stadtbibliothek Bremen lauten:
Montag 10:00 – 19:00
Dienstag 10:00 – 19:00
Mittwoch 13:00 – 19:00
Donnerstag 09:00 – 19:00
Freitag 10:00 – 19:00
Samstag 10:00 – 17:00
Sibylle Springer. gift
Sibylle Springer (*1975 in Münster, lebt in Bremen und Berlin) ist Malerin. In Acryl auf Leinwand entstehen große Formate, deren Wirkung von Ambivalenzen gekennzeichnet ist: Sie pendeln zwischen Abstraktion und Figuration, Zeigen und Verbergen, Schönheit und Schrecken, Geschichte und Gegenwart, Tradition und Neuerung. So auch der Titel ihrer Einzelausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst gift, enthält er doch die Bedeutung der Gabe wie auch des Toxischen.
Das Zwiespältige, Vage, die Zwischentöne sind es, welche Sibylle Springer laut eigener Aussage reizen. Für den Werkzyklus, den sie für gift neu schafft, nimmt sie historische und aktuelle Darstellungen von Gewalt, körperlicher Intimität und anderen Tabubereichen in den Blick. In einem malerischen Verfahren entzieht Springer die ursprünglichen Bildinhalte dem visuellen Zugriff, lässt sie in scheinbarer Monochromie verschwinden, fügt Elemente hinzu oder variiert das Format. Auf diese Weise eröffnet sie andere Perspektiven auf vermeintlich altbekannte Meisterwerke der Malerei und verhandelt deren Themen neu.
Neben einer Vielzahl großformatiger Leinwände werden auch kleinere Zeichnungen präsentiert, die um ähnliche Motive kreisen. Eine in die Ausstellung transferierte Atelierwand legt ergänzend die Recherchearbeit und vielfältigen Bezüge offen, die Sibylle Springer als Ausgangspunkte für ihre Malerei dienen.
Die Werkreihe zu gift findet ihre Erweiterung in einem eigens für sie entwickelten Raumkonzept in der GAK, das die zurückgenommene Farbigkeit der Arbeiten kontrastiert: So werden die sonst zumeist weißen Wände des Kunstvereins in Anlehnung an klassisch-museale Präsentationsweisen farbig gestrichen. Mit der Platzierung von Museumssitzbänken im Ausstellungsraum wird ein weiteres Element integriert, das historische und zeitgenössische Formen der Präsentation und Rezeption von Kunst miteinander verschmilzt.
In begleitenden Veranstaltungen werden Aspekte der Ausstellung fortgeführt, ergänzt und vertieft. Im Anschluss an die Ausstellung erscheint eine Publikation.
Kuratorin: Svea Kellner
Die Ausstellung wird unterstützt von
Dr. Jürgen Bonke und Frau Christiane Kehlbeck-Bonke, Martin und Marion Gömöry,
Fritz und Fiona Grobien, Prof. Dr. Knut und Frau Dr. Ulrike Leitz
Die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst wird gefördert durch