Museen in Bremen

Museen, Ausstellungen und kulturelle Bildung in Bremen

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RÄUME AHNEN Rosa Jaisli

6. Juni 2026 by Städtische Galerie Bremen

Die Bremer Bildhauerin Rosa Jaisli zeigt in ihrer retrospektiven Einzelausstellung vielfältige Ansätze plastischer Kunst. Alabasterskulpturen, Lehmgebilde, Teerpappen-Cut-outs, Stoffbündel, ein Torfhaufen, in Papier gearbeitete Schnitte und Papier als plastisches Material belegen, wie experimentell Rosa Jaisli arbeitet.

Mit großer Präzision setzt sie die spezifischen Materialqualitäten für das jeweilige Anliegen ihrer Kunstwerke ein. Sie bietet uns sinnliche Erfahrungen, die mit den haptischen Qualitäten des Materials und unseren tradierten Assoziationen einhergehen. Ein Grundmotiv der Bildhauerei wird dabei zum expliziten Thema und zu einer Erfahrung für das Publikum: die Erschließung und Öffnung von Räumen.

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Bildhauerei, Bremen, Installation, Kunstausstellung, Museum, Zeitgenössische Kunst

C.B. Evans: Ad Hoc Order

31. Mai 2026 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Am 20. November 2099 geht in MEMORY! (2025) eine Erinnerung verloren. C.B. Evans‘ Videoarbeiten und Skulpturen, die hier im Kontext unserer Ausstellungsreihe for fear of continuity problems gezeigt werden, richten sich gegen den Schutt, den Abfall und die Toxizität, die durch die systematische Zerstörung der Zukunft entstehen.

Häufig nutzt C.B. Evans (belgisch-amerikanische Künstler:in, leben und arbeiten in Saint Denis, Frankreich) die Form der Videoinstallation, um Umgebungen in einer imaginierten Welt zu schaffen. Die Kunstwerke, aus denen diese Umgebungen bestehen, greifen technologische, politische und soziale Bedingungen der Gegenwart auf, um ihre zukünftigen Auswirkungen zu untersuchen und neu zu gestalten. Diesen oftmals vermeintlich abstrakten Konstellationen gibt Evans‘ in ihren Arbeiten eine emotionale Dimension.

Zum Ausgangspunkt der Ausstellung Ad Hoc Order werden die zwei Videoarbeiten MEMORY! (2025) und RECEPTION! (2024) – Charakterstudien einer Protagonistin und ihrer Doppelgängerin, eine Erinnerung, die ihren Körper verlassen hat. Beide leben in einer Welt, in der eine ökologische Krise zu einem Speicherplatzmangel führte und woraufhin die Bevölkerung einen Großteil ihrer persönlichen Daten verloren hat. Erstmals wurden die aufeinander reagierenden Arbeiten 2025 auf der Sharjah Biennale gezeigt, zusammen mit der Werkreihe Ad Hoc Order: Ein scheinbar aufgerissenes skulpturales Modell, das den Plenarsaal der Vereinten Nationen in New York neu imaginiert und das auf den Trümmern der zerstörten Stadt erbaut wurde. Während MEMORY! diese Umgebung aufgreift, spielt RECEPTION! in einem anderen Raum – dem ehemaligen Europäischen Parlament, welches zu einem „Globalen Archiv für Erinnerungsmanagement und -archäologie“ (Global Archive for Memory Management and Archaeology GAMMA) umgenutzt wurde. Die Arbeiten zeigen einzelne Charaktere, die, verwoben mit computergenerierten, gefundenen und festgehaltenen Bildern, auf Übersetzungsprozesse des kollektiven Gedächtnisses und kollektiver Verantwortung aufbauen. Beide fragen danach, wie und ob Erinnerung überleben sollte, angesichts der „Speicherkrise“, die wir – ausgelöst durch die Verschwendung unserer dysfunktionalen Gesellschaft – an künftigen Generationen vererben werden.

Ausgehend von dieser Vorstellung, dass Abfall sowohl eine allgegenwärtige Realität als auch ein Ad-hoc-Material für zukünftige Gesellschaften ist, begab sich Evans‘ in Vorbereitung auf die Ausstellung auf die Suche nach entmilitarisiertem Rüstungsabfall. Das gesammelte Metall stammt von EST Energetics, einer Abfallentsorgungsanlage, die den Müll einer boomenden europäischen Industrie neutralisiert und für einen neuen Lebenszyklus aufbereitet (während Tonnen von Rüstungsabfällen mit ihren physisch und psychisch giftigen Chemikalien in den Böden und Gewässern dieser Welt verbleiben). Dieser Recyclingprozess ist selbst Teil einer industrialisierten Kriegswirtschaft, die Wert aus Zerstörung schöpft.

Vor diesem Hintergrund ist wichtig zu erwähnen: Das aus der Lieferkette entnommene Material wurde von der Künstler:in persönlich und ohne jegliche finanzielle Gegenleistung gesammelt.

Aus der Umwandlung des Metallabfalls sind kleine Alltagsgegenstände entstanden, die nun in den Posterrahmen der GAK zu sehen sind. Wie auch in der ursprünglichen Ad Hoc Order Reihe, wird jedes Objekt von einem Titel begleitet, der als spöttische Drohung gegenüber einer bestehenden Ordnung gelesen werden kann und andeutet, dass die Überreste der automatisch erzeugten Krisen in nützliche Werkzeuge verwandelt werden, um die alte Ordnung zu überwinden und in eine neue überzugehen.

Ergänzt werden die Objekte von Plakaten, die ursprünglich für das Fundraisingprojekt Love is Resistance entworfen wurden, auf denen der Satz des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish an seinen kurz zuvor verstorbenen Freund Edward Said zu lesen ist: „I urge you to cling to the impossible!“ – Ich fordere dich auf, am Unmöglichen festzuhalten!

C.B. Evans Ausstellung Ad Hoc Order ist die fünfte in unserer Reihe for fear of continuity problems, die sich in einem Teilbereich der GAK sowie den Posterrahmen im Außenraum mit Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzt.

23.05.–05.07.2026

Eröffnung: 22.5. 19:00

Die Reihe for fear of continuity problems ist die Einladung zu einem Ping-Pong-Spiel mit dem kleinen Buchladen der GAK und der Frage, wie sich Erinnerung, Perspektiven, Narrationen, Identitäten und Unbewusstes verräumlichen und öffentlich verhandeln lassen. Julia Horstmann hat für das gemeinsam konzipierte Projekt ein neues Bücherregal entworfen, das angelehnt ist an die Idee vom Gedächtnispalast, einer Methode der Erinnerung anhand von Räumen und Artefakten.

Gefördert durch

Der Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, Liebelt Stiftung Hamburg, Waldemar Koch Stiftung, Sparkasse Bremen

Kategorie: Ausstellung

Beth Collar, Harm Coordes & Luisa Recker, Alex Hojenski sowie Pierre Allain und Jashua Bustos Chumasero:Produced on the Skin

31. Mai 2026 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Die Gruppenausstellung Produced on the Skin zeigt vom 23. Mai bis 23. August 2026 künstlerische Arbeiten, die sich mit den Schnittstellen und Grenzbereichen auseinandersetzen, die uns umgeben und uns ausmachen. Über die Haut, den Sehsinn, Berührungen und die Struktur unseres Gehirns, über technische Apparate, Kleidung und Architektur vermitteln unterschiedliche Arten von Membranen zwischen Individuen und ihrer Umgebung. Sie verarbeiten und reagieren auf Eindrücke. Sie prägen, wie wir uns verhalten, was hineindarf und was wir lieber nicht an uns ranlassen, wovor wir uns schützen und womit wir aktiv umgehen und was wir nach Außen tragen wollen. Der Begriff des Prägens ist dabei mitunter auch ganz plastisch zu verstehen: von Substanzen bis zu Erlebnissen – Einflüsse verändern Körper, Gehirne und Haltungen.

„Ich habe immer gedacht, dass künstlerisches Schaffen ein Weg der Hautlosen sei, um sich mit einer Haut zu versehen“, schreibt die Schriftstellerin Kirstina Lugn in „Hundstunden“. Künstlerisches Arbeiten begreift sie in diesem Sinne als Membran, die die Beziehung zwischen selbst und Umgebung, zwischen Sprache und Material filtert. Die künstlerischen Arbeitsweisen in der Ausstellung verhandeln diese materiellen Grenzen und reflektieren was aufgenommen wird und in welcher Form es wieder ausgegeben wird. Sie thematisieren Fragen von Verkrustung und Durchlässigkeit, Rückzug und Verflüssigung, Nähe und Distanz.

Kategorie: Allgemein, Ausstellung

TAKLA FÖRDERPREIS 2025 FÜR JUNGE SYRISCHE KUNST

18. Mai 2026 by Haus der syrischen Kunst

Ausstellung der nominierten Künstlerinnen und Künstler im HAUS DER SYRISCHEN KUNST in Bremen:

Emel Aflak; Judy Machnok; Julnar Shahhoud; Kareem Al Khateeb, Magd Sousou, Ola Abd Alkader, Rida Alahmar, Riham Alhaik, Sara Kanaa Al-Halabi, Tariq Safieh, Youmna Al Salakh

Der zum dritten Mal von der Takla Stiftung ausgeschriebene Förderpreis für junge syrische Kunst stand 2025 unter dem Motto Zuversicht & Sensibilität. Der Fokus lag auf dem Medium Papier mit seinen spezifischen Besonderheiten, seiner Fragilität und seiner großartigen Vielseitigkeit. In der Ausstellung werden ausgewählte Werke der nominierten Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Ihre Aufgabe war es 2025, Antworten auf die Frage zu formulieren: „Welche Möglichkeiten künstlerischen Gestaltens eröffnen sich mit dem Material und Medium Papier?“

Die Bekanntgabe der Preisträger sowie die Preisverleihung fand am 24. April 2026 um 18 Uhr im Haus der syrischen Kunst in Bremen statt.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus drei Juroren zusammen, ihr gehörten an: Angela Lammert (Kunsthistorikerin, Akademie der Künste, Berlin, PD an der HU Berlin), Lara Faroqhi (Künstlerin Zeichnung/Film), Berlin) und Frizzi Krella, Direktorin des Hauses der syrischen Kunst.

Einstimmig erkannte die Jury der Künstlerin Judy Machnok den ersten Preis für ihr Buch nach Nizar Kabbanis Gedicht Travellers/Reisende zu, der mit 3000 Euro dotiert ist. Der zweite Preis ging an Kareem Al-Khateeb für seine Serie: The visible / the invisible. Den dritten Preis erhielt Julnar Shahhoud mit der Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg), jeweils dotiert mit 1000 Euro.

Judy Machnok erhielt den ersten Preis für ihr Buch Travellers nach Nizar Kabbani’s gleichnamigen Gedicht Travellers. Die Jury befand, dass ihre Arbeit künstlerisch herausstach und lobte das kontinuierliche Einhalten der Vorgabe des Mottos. Machnok verwendete selbst hergestellte handgeschöpfte Papiere, bei denen sie das Ausdruckspotenzial des Materials Papier sensibel erforscht. Dabei kombiniert sie Pigmente, Texturen und alternative Medien, um Werke zu schaffen, die ihre kulturellen Wurzeln und persönlichen Erfahrungen widerspiegeln. In ihrer künstlerischen Setzung und in den technischen Fähigkeiten erzielt sie eine hohe ästhetische Qualität, die sich aus allen Bewerbern heraushob.Für ihr Künstlerbuch Travellers, (Auflage 1/3), wählte die Künstlerin sieben analoge historische Fotografien aus ihrer Geburtsstadt Hama in Syrien aus, die zwischen 1903 und 1982 aufgenommen wurden. Sie verweisen auf die wechselhafte Geschichte der Stadt, die von schweren Zerstörungen und Massakern heimgesucht wurde und symbolisch für das Land Syrien gelesen werden können. Mit ihrem kleinen Büchlein schafft die Künstlerin ein Denkmal zur Mahnung an Menschlichkeit, damit verbinden sich auch Zuversicht und Sensibilität im Hoffen auf eine menschenwürdigere Zukunft.

Der Maler und Zeichner Kareem Al-Khateeb bekam von der Jury den 2. Platz für zwei sehr originelle Zeichnungen der Serie The visible / the invisible zuerkannt. Aus einem selbst gebauten Zeichensystem mit Koordinaten heraus operiert er auf dem Papier über Linien und Klebestreifen in den Raum hinein. Es geht ihm um das Sichtbarmachen von symbolischen Zeichen, die er aus dem Zustand des Unterbewussten in den Zustand des Sichtbaren/ Wahrnehmbaren überträgt. Dabei bezieht er sich sowohl auf eigene Erfahrungen als auch auf wissenschaftliche psychologische Referenzen.

Julnar Shahhoud erhielt den 3. Preis für die Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg). Darin schöpft die Künstlerin aus ihren Erinnerungen an ihre Heimat, die sich im Laufe der Zeit verändern, langsam verwittern und sich neu formieren. Die Natur wird hier zum lebendigen Archiv und zur Quelle der Inspiration für farbige abstrakte Erinnerungslandschaften. Ihre Bewegungen und subtilen Veränderungen zeigen Muster auf, die an das menschliche Leben erinnern:  Spannungen zwischen Fürsorge und Gewalt, Ausdauer und Zerbrechlichkeit, Ruhe und auch der ihr innewohnenden Bedrohung.

Der Förderpreis für junge Kunst aus Syrien wurde 2021 zum ersten Mal von der Takla Stiftung ausgeschrieben. Trotz der anhaltend schwierigen Situation der Künstlerinnen und Künstlern syrischer Herkunft soll er der heranwachsenden Generation eine Unterstützung zur freien Entfaltung der Künste zuteilwerden lassen. Zudem soll er ihnen eine Sichtbarkeit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus ermöglichen.

Die im Rahmen des Takla-Förderpreises ausgewählten Positionen junger Kunst aus Syrien verdeutlichen, dass Kunst eine internationale Sprache ist. Sie eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, um Emotionen, Traditionen und Visionen Gestalt zu geben und Unaussprechliches zu formulieren.

Judy Machnok, „Reisende“, 2025, Künstlerbuch, 15 x 10 cm

 

Kategorie: Ausstellung

Galerie K Strich

4. Mai 2026 by Galerie K'

Luise Marchand: Schicht zur Sonne
12.9. – 21.11. 2026

Eröffnung 12.9. | 19:00

8.10. | 19:00
Lesung: Prof. Dr. Jana Costas: Im Minus-Bereich
anschließend Gespräch mit der Autorin und Luise Marchand 

Aus: Christin Müller
Aussicht auf Gewinn, 2026

»Ohne Fleiß kein Preis!« »Wer rastet, der rostet!« »Arbeit nährt, Müßiggang zehrt!« »Vom Tellerwäscher zum Millionär!« – Solche Sprichwörter sind bis heute tief in kapitalistisch geprägten Gesellschaften verankert. Sie idealisieren das engagierte Tätigsein, halten dazu an, motiviert auf eine bessere Zukunft hinzuarbeiten und gipfeln in dem Versprechen »Labor omnia vincit« (Arbeit besiegt alles). In unserer von maximaler Flexibilität und multiplen Krisen geprägten Gegenwart konkurrieren außerdem die Konzepte von Work-Life-Balance und Work-Life-Blending um die Vormacht als Lebensideal und die Optimierung der Körper treibt beständige neue Blüten.1 Die damit verbundenen Zurichtungen von Mensch und Natur zum Zwecke kapitalistischer Wertschöpfung beschäftigen Luise Marchand in ihrem künstlerischen Werk. Um die Ökonomien des Begehrens zu untersuchen, bedient sie sich der Ästhetik und des Bildvokabulars der Werbeindustrie und unterläuft diese mit der präzisen Wahl ihrer Bildsujets und Installationsformen.

Link zum ganzen Text. ​​​​​​​

Kategorie: Ausstellung, Galerien

Felder

8. April 2026 by Overbeck-Museum

Felder zählen auf den ersten Blick nicht gerade zu den malerischen Highlights in der Natur: rechteckige, eintönige Flächen bis zum Horizont. Landwirtschaft statt Landschaft. Monokultur bietet eben keine Vielfalt. Oder doch?

Immer wieder, in wechselndem Licht und wechselnden Jahreszeiten, malten Fritz und Hermine Overbeck die Felder rings um Worpswede und Bremen: weite, leere, vom Menschen geprägte Landschaften unter einem hohen Himmel. In der Zusammenschau zeigt sich: Das scheinbar beiläufige und unspektakuläre Motiv offenbart einen grenzenlosen Variantenreichtum.

Kategorie: Ausstellung

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