Museen in Bremen

Museen, Ausstellungen und kulturelle Bildung in Bremen

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GAK Projekte: Bradley Davies. tidal

30. Juni 2020 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Ein feuchter Keller. Die Wände sind mit Flecken und Verfärbungen überzogen. Sie drängen vom Boden hoch und verdichten sich in den Raumecken zu dunklen und unansehnlichen Akkumulationen. Das einzige kleine Fenster im Raum lenkt den Blick auf die Weser, die unmittelbar an der Außenmauer der GAK entlangfließt und sich mit den Gezeiten hebt und senkt. Die Vermutung liegt nahe, dass aufgrund einer längeren Durchfeuchtung des Mauerwerks Wasser in den Raum eingedrungen sei. Nur zwei Dinge irritieren: An den Wänden finden sich Feuchtigkeitsspuren, doch fehlt der Geruch und das klamme Gefühl von Nässe. Und trotz verschlossenem Fenster ist das Geräusch von Wasser zu hören.

Bradley Davies setzt sich in seiner Arbeit „tidal“ mit dem Projektraums im Untergeschoss der GAK und seiner Nähe zum Wasser sowie dem Element Wasser an sich auseinander. Dabei verwickelt er den*die Betracher*in in eine Sinnestäuschung. Denn weder ist der Keller feucht, noch besteht unmittelbar Gefahr, dass Wasser eindringt und den Raum flutet. Stattdessen überzieht Davies die Wände in Trompe-l’œil mit feinen Kreide- und Kohlezeichnungen und bildet die typischen Erscheinungsformen eines Wasserschadens nach. Dass er für die Wandmalerei Kreide und Kohle verwendet, hängt auch damit zusammen, dass beide Stoffe Feuchtigkeit absorbieren: Kohle ist ideal zum Trockenhalten feuchter Räume, Kreide bindet Schweiß. Auf diese Weise hält nur der feine Wandüberzug aus Kreide und Kohle die Poren des Raumes geschlossen.

Inmitten der Wandmalereien sind Geräusche von Wasser zu hören, und es offenbart sich die Komplexität und Fremdartigkeit einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Sie zeigen, dass Wasser von Natur aus vielgestaltig und dazu prädisponiert ist, sich materiell zu verändern. Die Tendenz der Formverschiebung mag nicht nur den*die Betrachter*in beunruhigen, sondern auch manche Protokolle, die für die wissenschaftliche Erforschung und geopolitische Organisation des Wassers verwendet werden. Mit Kontaktmikrophon und hochsensiblem Unterwassermikrophon (Hydrophone) nimmt Davies in der Tradition des Field Recording singuläre Klänge auf und fügt sie als Soundcollage wieder zusammen. Die Aufnahmen entstanden in und im Umkreis von Bremen, sowie in Köln und Tanger. „Doing the sound recordings is a way for me to do similar to what the stain, damp or mould would do, to bring the outside inside. Also, I have been mostly recording places I and others perhaps wouldn’t normally get to see, or even using hydrophones and contact microphones to tap into worlds that are partially invisible to us.“, so der Künstler. Mit dem Wissen um jene Orte, die Davies in der Ausstellung und im Onlinearchiv von radio aporee preisgibt, entstehen beim Zuhören des Wassers neue, innere Bilder, die sich mit den sichtbaren Spuren an den Wänden verbinden und vergangene und zukünftige Geschichten erzählen.

Bradley Davies (geboren 1990 in London) studierte Bildende Kunst in Brighton und Glasgow (BA) und schloss 2017 sein Studium an der Städelschule in Frankfurt am Main ab (Meisterschüler Michael Krebber). Ausstellungen u.a. Neue Alte Brücke, Frankfurt, Ralph’s, Temporary Gallery, beide Köln, Neuer Essener Kunstverein, Lenbachhaus München, Transmission Gallery, Glasgow. Er lebt und arbeitet in Köln.

Kuratiert von Regina Barunke

GAK-Projekte ist eine Ausstellungsreihe anlässlich des 40-jährigen Bestehens der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst.

Bradley Davies: tidal, 2020. Foto: Franziska von den Driesch

Bradley Davies: tidal, 2020. Foto: Franziska von den Driesch

Bradley Davies: tidal, 2020. Foto: Franziska von den Driesch

Bradley Davies: tidal, 2020. Foto: Franziska von den Driesch

Bradley Davies: tidal, 2020. Foto: Franziska von den Driesch

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Museen

NEUSPRÉCH

16. Juni 2020 by Weserburg

Eine Ausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen
„NEUSPRÉCH ist Sprache, die von Kunst befallen, infiziert ist. Sprechen mit Kunst – als Kunst.“, so Oliver Ross und Simon Starke, die Kuratoren der Ausstellung NEUSPRÈCH, die ab dem 3. Juli im und in Kooperation mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen zu sehen sein wird. NEUSPRÉCH greift einen zentralen Begriff aus George Orwells Roman 1984 neu akzentuiert und mit Blick auf das Widerständige im Kontext bildender Kunst auf. Die Künstler*innen positionieren sich gegen Sprachverkümmerungen eines technologischen Vereinheitlichungszwangs, gegen Marketingsprech, Pegidasprech, Kunstbetriebssprech, Anti-Terrorsprech, Politsprech und die ganze Bandbreite des Wir/Die-Sprech.

Kategorie: Ausstellung

Remix. Die Sammlung neu sehen

10. Juni 2020 by Kunsthalle Bremen

Unter dem Titel „Remix“ präsentiert die Kunsthalle Bremen seit 2020 die Sammlung grundlegend neu. Durch mutige Wandfarben, eine aufwendige Installation und ein völlig neues Arrangement der Werke bieten sich neue ästhetische Erfahrungen. Überraschende Funde aus dem Depot begegnen altbekannten Meisterwerken. Was lange in separaten Sälen gezeigt wurde, trifft nun aufeinander: Deutsche und französische Kunst starten einen kreativen Dialog. Die Kunst nach 1945 hat eine deutlich größere Präsenz.
Vor dem Hintergrund der internationalen Kunstgeschichte wird die außergewöhnliche Tradition des Kunstvereins in Bremen und seiner zahlreichen bürgerlichen Unterstützerinnen und Unterstützer sichtbar. So verknüpft die neue Präsentation eine regionale Perspektive mit dem globalen Geschehen und schlägt dabei den Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dies zeigt sich in programmatischen Räumen zu globalem Handel, Kolonialismus, Krieg, Natur und dem Kampf um den Glauben – Themen, die die Menschen seit Jahrhunderten bewegen. Die Kunstwerke spiegeln ihre ungebrochene Aktualität.

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Alte Meister, Dauerausstellung, Gemälde, Impressionismus, Installationen, Klassische Moderne, Skulpturen, Worpsweder MalerInnen, Zeitgenössische Kunst

Birgit Jürgenssen. Ich bin.

2. März 2020 by Weserburg

Birgit Jürgenssen (1949-2003) gehört mit Valie Export zur 2. Generation der künstlerischen Avantgarde nach 1950 in Österreich. Generationen nachfolgender Künstler*innen weltweit wurden von ihrem Schaffen als Künstlerin, Lehrende und Beobachterin kultureller und sozialer Konditionen wesentlich beeinflusst. An kunsthistorische Traditionen wie z.B. den Surrealismus oder die Antike anknüpfend, entwickelte sie ein so eigenständiges wie vielgestaltiges Œuvre, das neben einem großen Fundus an Zeichnungen und Fotografien auch Skulpturen, Objekte, Performances und Videos umfasst.

Kategorie: Ausstellung

GAK Projekte: Christine Moldrickx. Ein Kopf

26. Februar 2020 by GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Eine Toilettenkabine, in die man sich allein oder gemeinsam zwängt. Das ist Stoff zahlreicher Literaten, aber sie animierte auch Künstler wie Duchamp oder Robert Gober, mit Alltagsgegenständen wie einem Urinal oder Waschbecken in den Galerieraum zu gehen und den Betrachter mit seinem Intimbereich zu konfrontieren. Auch Christine Moldrickx reagiert mit ihren Keramikobjekten auf Utensilien aus öffentlichen Toiletten. Im Untergeschoss der GAK, dort wo sich in öffentlichen Gebäuden gewöhnlich die WCs befinden, bringt die Künstlerin Waschbecken und Spiegel aus gebranntem und glasiertem Ton an die Wände. Einige Spiegel glänzen metallisch und verzerren, ohne dass sich darin ein Gesicht wiederspiegeln könnte, andere wiederum sind wie vom Dunst beschlagen matt-weiß glasiert, umrandet mit Linien von farbigen Markern, verwischte Spuren, wie von Taggs und Graffiti. Über den Waschbecken befindet sich kein Wasserhahn, darunter kein Abflussrohr, in dem das Abwasser in die Kanalisation oder sträflicher Weise in die Weser herabrinnen könnte. Stattdessen klafft in der Mulde am Beckenboden ein großes brachial „hereingebombtes“ Loch. Vor dem Brennvorgang durchstieß Moldrickx mit ihrem Kopf die weiche Tonmasse. Der Kopf (lat. caput), Titel dieser Ausstellung, wird zum Agens des Aufbrechens, Zerstörens, des Kaputtmachens. Das ganze System ist kaputt, und es ist nur noch die Frage von, von –, (…)

Christine Moldrickx (geboren 1984 in Münster) studierte an den Kunstakademien in Düsseldorf und Frankfurt und schloss 2016 ihr Postgraduierten-Studium an der Rijksakademie van beeldene kunsten in Amsterdam ab. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Amsterdam.

Christine Moldrickx: Sink with mirror, 2017. Courtesy die Künstlerin und Martin van Zomeren, Amsterdam. Foto: Anne Storm

Christine Moldrickx: Sink with mirror, 2017. Courtesy die Künstlerin und Martin van Zomeren, Amsterdam. Foto: Anne Storm

Christine Moldrickx: Sink with mirror, 2017. Courtesy die Künstlerin und Martin van Zomeren, Amsterdam. Foto: Anne Storm

Christine Moldrickx: Mirror, 2018. Courtesy die Künstlerin und Martin van Zomeren, Amsterdam. Foto: Anne Storm

Christine Moldrickx: Mirror, 2018. Courtesy die Künstlerin und Martin van Zomeren, Amsterdam. Foto: Anne Storm

Kategorie: Ausstellung

100 Beste Plakate

26. Februar 2020 by Wilhelm Wagenfeld Haus

Nach zahlreichen Stationen u.a. in Berlin, Wien, Zürich und Seoul zeigt das Wilhelm Wagenfeld Haus die internationale Wanderausstellung jetzt in Bremen. Zu sehen sind die Ergebnisse des größten Wettbewerbs zum aktuellen Plakatdesign in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Plakat ist eines der ältesten Informationsmedien im öffentlichen Raum und behauptet sich noch immer – trotz der wachsenden digitalen Konkurrenz. Die Ausstellung beweist, wie lebendig und vielfältig die heutige Plakatkultur ist.

Eine Ausstellung der Wilhelm Wagenfeld Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Verein „100 Beste Plakate e.V.“.

Eröffnung am 26. März 2020, 19 Uhr

Kategorie: Ausstellung Stichworte: 100 Beste Plakate, Bremen Ausstellung, Wilhelm Wagenfeld, Wilhelm Wagenfeld Haus

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