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Was ist der Rest – Max Brück, Timofej Kratz & Johannes Listewnik

21. Oktober 2020 by MMS Offspace Bremen

Max Brück, Timofej Kratz & Johannes Listewnik

Über den Versuch einer Verortung des zeitlich Flüchtigen nähern sich Max Brück (*1991), Timofej Kratz (*1984) und Johannes Listewnik (*1988) der Frage nach dem Wie des künstlerischen Erzählens. Dabei verstehen sie den Akt des Kunstmachens als eine Transformation: eine Verwandlung geht dem Werk voraus. Aber was bleibt von den Erfahrungen, die Künstler*innen im Schaffen durchlaufen und erzeugen? Was außen vor bleibt, ob das Werk Gefäß dieser Erfahrung sein kann, ob es etwas aufhebt oder doch nur eine Aufhebung stattfindet, ist die zentrale Frage der Ausstellung. Denn: Was erzählt die Schmetterlingssammlung noch von den Jagden, die ihr vorausgingen, und was wird ein Archäologe der Zukunft aus ihnen lesen können?

Die Ambivalenz dieses Restes spiegelt einen dialektischen Prozess, in dem das Werk sich immer wieder selbst erzeugt, erhält, und zugleich doch stets in Auflösung begriffen ist. Gilt es, Schicht um Schicht des Definitorischen abzuschälen, um zu diesem Rest vorzudringen? Oder zeigt er sich dann, fliehend, wenn die Konstellationen es erlauben? Max Brück öffnet in seiner „Diathek“ die Ordnung von Vergangenem im Medium Fotografie und bricht mit der vermeintlichen Deutungshoheit des historischen Archivs. In Abhängigkeit des Lichteinfalls im Raum entstehen immer neue zeitliche Überlappungen und Verdichtungen. Die vor Ort, kurz vor Eröffnung der Ausstellung entstandene, performative Malerei von Timofej Kratz, fungiert als Scharnier zwischen dem Akt ihrer Entstehung und dem sich öffnenden Raum der Veräußerung. Sie verweist so auf den konkreten Prozess des Schaffens, ist Zeuge einer Verwandlung und zugleich Autogenese. Ähnliches geschieht auch bei Johannes Listewnik. Er zeigt einen Ansatz, der klassische malerische Stilmittel mit Textfragmenten konvergieren lässt. Das Material wird zum Zeugen einer stetig fortschreitenden Erzählung, die Farbschichten zum Zeit- und Gedanken-Container.

Der Begriff des Restes ist allen gezeigten Positionen als Ausdruck eines Anderen eingeprägt. Arbeits- und Zeitverläufe werden sicht- und erfahrbar gemacht, indem sie in ihrer jeweiligen Materialität und situativen Transparenz zur Entfaltung kommen. Die zeitliche Dimension des Erzählens löst sich jedoch gerade in ihrer Werkhaftigkeit wieder auf, wird zu Schicht und Sammlung. Was bleibt? Was ist dieser Rest, der jetzt losgelöst vom Akt seiner Entstehung, dem Blick des Betrachters bedarf, um von Neuem und immer als ein Anderer zur Welt gebracht zu werden? Der Rest, das ist vielleicht das stets Unauffindbare, immer Entfliehende: der Raum zwischen den Erzählungen.

Miriam Bartosch

Kategorie: Ausstellung

Angebot zur Ausstellung: Tafel, Griffel & Co – Leben und Lernen vor 100 Jahren

19. Oktober 2020 by Schulmuseum Bremen

empfohlen für alle Altersstufen

Im historischen Klassenraum beginnt eine Zeitreise in die Schule um 1900. Mit Griffel und Schiefertafel erleben die Schüler/innen den Unterricht in alten Schulbänken. Schulalltag und Erziehungsvorstellungen aus der Kaiserzeit kann man auf diese Art spielerisch kennenlernen.

Kategorie: Ausstellung, Bildung & Vermittlung Stichworte: Ausstellung

Gerhard Marcks. Musiker und Dichter

14. Oktober 2020 by Gerhard-Marcks-Haus

Was geschieht, wenn ein Bildhauer sich der Musik und der Dichtkunst zuwendet? Das Gerhard-Marcks-Haus widmet sich dieser Frage am Beispiel von Gerhard Marcks (1889–1981). Der Künstler beschrieb sich mehrmals als »Musikbanause«, dennoch war er ein eifriger Konzertgänger und wacher Beobachter. Höchste Konzentration, extreme Körperspannung der Musiker*innen war für ihn, einen zeichnenden Bildhauer, eine ausgesprochen verlockende Kombination. Auf kleinformatigen Papieren entstanden während der Darbietungen lebendige Skizzen der agierenden Musiker*innen, die er im Atelier zu Plastiken und Druckgrafiken formte. Zu sehen sind auch Holzschnitte zur Dichtkunst, in denen Marcks seiner Griechenlandliebe Ausdruck verleiht. Tief berührte ihn die Geschichte des Orpheus, wie sie der römische Dichter Ovid in seinen »Metamorphosen« schildert.

Mehr Ausstellungen des Gerhard-Marcks-Hauses finden Sie hier.

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Kategorie: Ausstellung

Paris auf Papier

14. Oktober 2020 by Kunsthalle Bremen

Um 1900 war Paris das Zentrum der Moderne, eine Kunstmetropole von Weltrang. Ganze Generationen von Malerinnen und Malern zog es im 19. und frühen 20. Jahrhundert in die Stadt an der Seine. Begleitend zur Ausstellung „Geburtstagsgäste. Monet bis van Gogh“präsentiert das Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen aus eigenen Beständen ein Panorama graphischer Arbeiten von Constantin Guys über Mary Cassatt bis zu Henri de Toulouse-Lautrec, die das Leben in der französischen Metropole illustrieren.

Kategorie: Ausstellung Stichworte: Ausstellung, Kupferstichkabinett

Kabinettausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen

12. Oktober 2020 by Weserburg

Eine Kabinettausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen
Von 1988 bis 2018 beschenkte der Unternehmer Peter Norton (Kalifornien) Freunde, Kollegen und ausgewählte Institutionen jährlich im Rahmen seiner Peter Norton Family Christmas Gifts – kleine Kunstwerke in Auflage, jeweils extra für dieses Projekt konzipiert. Zu den Künstler*innen zählen unter anderem Christian Marclay, Kara Walker und Lawrence Weiner. Auch das Weserburg Museum für moderne Kunst gehörte zu den Empfängern. Das Zentrum für Künstlerpublikationen präsentiert passend zur Weihnachtszeit einen Überblick dieser künstlerischen Gaben.

Kategorie: Ausstellung

Shunted Sculptures Fleeting Words. Meisterschüler*innen der HfK Bremen

12. Oktober 2020 by Weserburg

Die Ausstellungen der Meisterschüler*innen, die seit 2011 jährlich in der Weserburg stattfinden, geben einen facettenreichen Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion in Bremen. Ein besonderer Höhepunkt ist die an die Präsentation gekoppelte Verleihung des Karin Hollweg Preises. Mit insgesamt 15.000 Euro dotiert gehört er zu den wichtigsten Kunstförderpreisen an deutschen Kunsthochschulen. Die Hälfte des Preisgeldes ist für eine institutionelle Einzelausstellung in Bremen reserviert. 2020 sind 19 Künstler*innen an der Präsentation beteiligt, die ausnahmslos neue, zum Teil ortsbezogene Werke zeigt.

Kategorie: Ausstellung

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